Erste Hilfe
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Zusammenfassung: Für die Organisation der Erste Hilfe ist der Unternehmer verantwortlich (und kann Aufgaben delegieren). Die Arbeitnehmer müssen über das notwendige Verhalten im Notfall informiert sein, Verbandskästen müssen in ausreichender Anzahl und mit ausreichender Füllung vorhanden sein, ab 20 Arbeitnehmer muß ein Ersthelfer von einer Rettungsorganisation ausgebildet sein. Bei Verletzungen ist eine Dokumentation durchgeführt werden ( Wer, Was, Wie,Wann,Welche Maßnhme). Bei stationären Firmen ab 100 Personen und Baustellen ab gesamt 50 Personen können weitere Maßnahmen notwendig sein.

Organisation, Bereitstellung aller notwendigen Hilfsmittel, Ausbildung der Ersthelfer etc. ist Unternehmerpflicht, (deren Überwachung er aber selbstverständlich delegieren kann ). Zur Organisation gehört z.B. auch die technische Ermöglichung des Notrufes an die Rettungsleitstelle, evtl. auch der Einsatz von Personen - Notrufanlagen bei regelmäßiger Alleinarbeit eines Arbeitnehmers. Wenn spezielle Gefahrstoffe mit einer gewissen Regelmässigkeit genutzt werden, die einer speziellen Behandlung im Notfall bedürfen, ist es sinnvoll, die voraussichtliche Rettungsstelle (nächster Arzt / Krankenhaus) vorab davon zu informieren.

Zu den Hilfsmitteln gehören Verbandskästen, Not - oder Augenduschen, falls die verwendeten Gefahrstoffe dies notwendig machen, Krankentragen ( falls im Betrieb erforderlich oder auf Baustellen, sofern mehr als 20 Arbeitnehmer dort beschäftigt sind) etc.

    Es wird zwischen 2 verschiedenen Arten von Verbandskästen unterschieden:
    1. Großer Verbandskasten - Typ E - (DIN 13169)
    2. kleiner Verbandskasten - Typ C - (DIN 13157)

Benötigt werden: 

In der Verwaltung: 

1 kleiner Verbandskasten bei bis zu 50 Arbeitnehmern

1 Großer Verbandskasten von 51 - 300 AN

ab 301 zwei Großer Verbandskästen
und für alle weiteren 300 ein weiterer Großer Kasten.

in Herstellung und Verarbeitung:

1 Kleiner bei 1-20 Arbeitnehmer,

ein Großer 21-100 Arbeitnehmer,

ab 101 zwei Große Verbandskästen und für
jede weiteren 100 Arbeiter ein weiterer großer Kasten.

auf einer Baustelle:   

1-10 Arbeitnehmer erfordern einen kleinen Verbandskasten (Bei Tätigkeiten im Aussendienst ( in Einsatzfahrzeugen) kann auch der KFZ- Verbandskasten (DIN 13164) genutzt werden).

Ansonsten:  Bei 11-50 Arbeitnehmern benötigt man einen großen Kasten,

ab 51 zwei Große und für alle weiteren 50 Arbeitnehmer einen weiteren großen Kasten.

 

 

 

 

 

 

 



 

Eine regelmäßige Überprüfung der Vollständigkeit ( delegieren! ) ist notwendig.

Ab 20 an einer Arbeitsstelle anwesenden Versicherten muss ein Ersthelfer, bei mehr als 20 Anwesenden muss in der Verwaltung und im Handel 5%, bei allen anderen Arbeitsstellen 10 % der Arbeitnehmer als ausgebildeter Ersthelfer vorhanden sein.( die Zahlen können vom Unfallversicherungsträger reduziert werden). Ausbilden dürfen zugelassene Stellen ( Rotes Kreuz, ASB, Johanniter, Malteser). Die Dauer der Ausbildung beträgt 8 Doppelstunden. Alle 2 Jahre soll ein Auffrischkurs von 4 Doppelstunden das Gelernte vertiefen. Achtung: Der Führerschein-Erste-Hilfekurs ist nicht ausreichend. Ausserdem: wenn der Auffrischkurs verpasst wurde, muß statt der 4 Doppelstunden Auffrischung der gesamte 8 Doppelstunden umfassende Grundlehrgang belegt werden. Arbeitnehmer müssen bei Bedarf an der Ersthelferausbildung teilnehmen, es sei denn, fehlende körperliche , geistige oder psychische Eignung steht diesem entgegen.

Bei Aufnahme der Tätigkeit und mindestens einmal im Jahr sollen die Arbeitnehmer über das Verhalten bei einem Unfall informiert werden. Weiterhin sollten an den Meldepunkten Aushänge mit Infos über die Erste Hilfe sowie die zu verständigenden Stellen vorhanden sein.

Verletzte müssen bei einem entsprechenden Verletzungsumfang immer einem Arzt vorgestellt werden. Nur wenn eine AU der eine Behandlungsbedürftigkeit von mehr als einer Woche wahrscheinlich ist muss der Verletze einem Durchgangsarzt vorgestellt werden.

Alle Erste Hilfe Leistungen müssen nach Zeit ,Ort, Unfallhergang, Verletzungsart, Maßnahmen evtl. Zeugen protokolliert werden. und 5 Jahre aufbewahrt werden. ( Am besten in einem Verbandsbuch, das der Unfallversicherungsträger meist kostenfrei zur Verfügung stellt oder in einem Vordruck, welches Sie hier herunterladen können).

Sanitätsräume (gekennzeichnet mit weißem Kreuz auf grünem Grund) sind ab 1000 Arbeitnehmer notwendig, ab 100 wenn Art , schwere und Anzahl der Unfälle dies notwendig macht ( bestimmt der Unfallversicherungsträger) und auf Baustellen ab gesamt 50 Arbeitnehmer ( verantwortlich ist der Hauptunternehmer) .

B etriebssanitäter müssen ab mehr als 1500 Arbeitnehmer eingestellt werden, ab 250, wenn Art, Schwere und Anzahl der Unfälle dies erforderlich macht ( bestimmt der Unfallversicherungsträger) und ab 100 Beschäftigten auf Baustelle (Maßgeblich ist die Summe der Beschäftigten aller Firmen auf der Baustelle . Verantwortlich ist der Hauptunternehmer ).
 

Quellen

ZH 1 des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften

 BGV A5 ( entspricht VBG 109 (Erste Hilfe)), Fassung 1.4.95 Südwestliche BauBG

Arbeitsstättenrichtlinien 1976

Erstellt: 22.06.2000

Letzte Änderung:26.01.2009

 

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